03/04.06.2006

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Roland Baules
Priesterweihe und Primiz

zu den Bildern:

Texte und Fotos: Michael Sinai

 

 

Das war ein großer Tag für die katholische Pfarrgemeinde Sankt Martinus Emmerke, denn mit Roland Baule, ist seit 46 Jahren wieder ein gebürtiger Emmerke zum Priester geweiht worden. In diesem Zusammenhang wird aber auch an die letzte Priesterweihe und damit einer Primizfeier im Verbund der Pfarrgemeinde Emmerke erinnert, zu der die Kapellengemeinde Klein Escherde gehört. Hier feierte Bruder Abraham (Michael) Fischer (OSB), seine Primiz im Jahre 1994.
Roland Baule war am Vortag im Hildesheimer Mariendom von Bischof Norbert Trelle, gemeinsam mit den Diakonen Oliver Lellek, von Sankt Raphael in Wolfsburg und Constantin Sendker, von Sankt Altfried und Sankt Ansgar in Seevetal, zum Priester geweiht worden. „Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu“, so lautete der Text der drei Neupriester anlässlich ihrer Weihe. Über 60 Mitbrüder und zahlreiche Christen aus den Pfarrgemeinden waren Zeugen, als Bischof Norbert Trelle den drei Männern das Weiheversprechen abnahm. Mit der Salbung der Hände, dem Überreichen der Gefäße mit Brot und Wein sowie der Umarmung dem Anlegen der liturgischen Kleidung wurde die Liturgie vollzogen. Bischof Trelle forderte in seiner Predigt: „Gott sucht Menschen, die nicht stumm bleiben, die Antwort mit ihrem Leben geben wollen“.
Für die Martinus-Pfarrgemeinde in Emmerke war dieses Ereignis der Grund, die Primiz ihres Mitbürgers mit einem Pfarrfest zu verbinden. Zunächst zelebrierte Roland Baule mit Pfarrer Horst-Dieter Albes, Padre Benno Fahlbusch, Ruhestandsgeistlicher Ulrich Patzelt, Bruder Abraham Fischer, Professor Franz-Josef Bormann sowie Weihbischof Hans-Georg Koitz die Primiz-Messe. Als Diakone wirkten Alois Grimm aus Hildesheim und Studienfreund und Priesterkandidat Jürgen Krallmann aus Münster mit. Baules Primizspruch lautete: „Das Herz spricht zum Herzen“.
Mit Weihbischof Hans-Georg Koitz verbindet die Familie Baule ein enges freundschaftliches Band, über die beruflichen Kontakte von Roland Baules Mutter hinaus, die die Sekretärin des einstigen Diözesanadministrators vom Hildesheimer Domhof ist. In seiner Predigt zollte Hans-Georg Koitz den Emmerkern seinen Respekt, er stellte fest:“ Emmerke ist eine Insel des kirchlichen Lebens, denn hier kann man geistliche Berufe wachsen sehen. Hierauf können sie stolz sein“. An seinen „profilosen Wanderschuhen“, gezeichnet von vielen Bergtouren, symbolisierte der Bischof, dass man ohne Profil ins Rutschen kommen kann, sei es im öffentlichen oder kirchlichen Leben. Er wünschte dem neugeweihten Priester die Sehnsucht zu den Menschen in der Verbindung mit Gott. Viele Wegbegleiter nutzten beim anschließenden Empfang, unter der alten Rotbuche im Pfarrgarten, die Gelegenheit dazu, Roland Baule die guten Wünsche für seinen geistlichen Beruf persönlich zu überbringen.
Vereine, Verbände und Organisationen sowie die Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde und des Ortsrates gratulierten mit Geschenken. Das Messgewand, das Roland Baule trug, war das Geschenk der Pfarrgeminde, unter Mithilfe vieler Spender. Hierbei blieb nicht unerwähnt, dass Roland Baule als Messdiener und im Pfarrgemeinderat seine Spuren in Sankt Martinus hinterlassen hatte.

 

Persönliches!

Der Weg von Roland Baule in den Priesterberuf ist gekennzeichnet von seinem Ziel: „Ich möchte für Gott und die Menschen da sein. Mein Herz soll offen sein für die Menschen die mir anvertraut sind“. Die Entscheidung für den Priesterberuf fand auch seine Prägung im Umgang mit pflegebedürftigen älteren Menschen, die er im Rahmen seiner Tätigkeit in der Sozialstation Groß Förste zu betreuen hatte.
Hier sah sich Baule auch mit dem Tod der Menschen hautnah konfrontiert. Als Absolvent des Gymnasiums Josephinum in Hildesheim freute er sich auch über die Anwesenheit einiger Wegfährten aus den Tagen des Kindergartens Sankt Martin und der Zeit in der Emmerke Grundschule. Seine sportliche Leidenschaft lässt Roland Baule nicht unerwähnt, denn er ist engagierter und emotionaler Tennisspieler in der  Emmerke Tennissparte. Mit Leidenschaft und Schwung sorgt er auf dem „Emmerker Center Court“ an der Sportallee für den Ausgleich, wann immer seine Zeit es zulässt.
Auch seine Mitgliedschaft im Männergesangverein Sankt Martinus, dem Förderverein der Sankt Georgs Pfadfinder und der Kolpingsfamilie zeugen von örtlicher Verbundenheit, wobei er sich nicht als Vereinsmeier sieht. Den engagierten Einsatz im Pfarrgemeinderat und als Messdiener in der Pfarrgemeinde hoben seinen ehemaligen Mitstreiter im Altardienst heraus. In dieser Tätigkeit ist vielen in Erinnerung geblieben, dass die Abläufe am Altar auch bei besonderen Anlässen unter der Regie von Roland Baule stattfanden.
Der Privatmann Baule ist aber auch ein Wanderfreund, der in den Bergen des Ötztals seinen Ausgleich findet unter dem Motto: „Je höher ich komme, umso näher bin ich Gott“.  Roland Baule wird als Kaplan nach Wolfsburg in die Pfarrgemeinde Sankt Christophorus gehen.

 

Text und Fotos: Michael Sinai

 

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