25.11.2004
Das gibt´s doch nur im Märchen!
10tes Theaterstück des Vereins "Regenbogenkinder"
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Emmerke.(ms)
Auch im zehnten Jahr war die Theatergruppe des „Vereins Regenbogenkinder“ motiviert ein Theaterstück zur Advent- und Weihnachtszeit zu spielen.
Alle bisherigen Aufführungen in die zehnte Spielzeit einzubinden, dass war die Idee, die von Marianne Dede, im Stück als Sumsemann dabei, umgesetzt und in eine Bühnenfassung geschrieben wurde. Eine aufwendige Bühnendekoration war deshalb in Heimarbeit erstellt und die Ton- und Lichttechnik( Habbu Schwarz, Björn Bodenburg, Christoph und Laurenz Pagel) hatte passende Effekte einzuspielen.
Der Hintergedanke des Stückes „Das gib´s doch nur im Märchen“, war den Alltag, der in vielen Familien durch Computer, Fernseher und elektronischen Spielangeboten bestimmt wird zu verändern. „Verlieren wir Menschen den Sinn für das Miteinander hierbei nicht“, lautete die Frage, die sich die Gruppe gestellt hatte.
Bevor der Vorhang erstmals hochgezogen wurde, herrschte hinter der Kulisse das große „Durcheinander“. Steht die Dekoration richtig, sind der Löwe und der Teufel richtig geschminkt und sitzt die Souffleuse an ihrem Platz. Die knapp 800 Zuschauer aller Altersklassen merkten hiervon allerdings nichts, sie gaben den richtigen Rahmen und den anerkennenden Beifall bei den sechs Vorstellungen im Veranstaltungszentrum „Kollmanns Live“.
Ricarda Pagel entführte zunächst die Zuschauer in die Theaterwelt der Gruppe, denn sie stellte die Stücke aus den neun Jahren vor. Sie erinnerte an einige „bestimmenden“ Märchenfiguren. „Erinnert ihr euch an das Traumfresserchen, die Schneekönigin oder den Räuber Hotzenplotz“? Laute Zustimmung der kleinen Zuschauer machte deutlich, viele hatten die neun Jahre Theater in Emmerke miterlebt. Dass auch wieder Zuschauer aus den Nachbarorten dabei waren zeigte, dass die Crew über Emmerke hinaus bekannt ist.
Der Vorhang öffnete sich dann für eine „ganz normale Familie“, der Vater surft im Internet, Sohn Sascha (Gerti Dittrich) lümmelte sich auf dem Tisch und versuchte den nächsten Level des Gameboy-Spiels zu erreichen. Für die Mutter war die bekannte TV-Sendung „Wer wird Millionär?“ mit der 500.000 Euro-Frage wichtig.
Die Tagesschaunachricht dass Kinder zuviel Zeit am Fernseher und Computer verbringen und zu dick sind, nutzen die Eltern festzustellen, dass das nur für die anderen gilt. Die Idylle hält nicht lange, denn der Vater geht zum Kegelabend, Mutter sucht ihre Erholung im Schlaf und der Fernseher ist Saschas Ziel.
Verängstigt durch einen Gruselfilm schläft Sascha vorm Fernseher ein. Wie von Geisterhand gezaubert tritt Räuber Hotzenplotz (Anke Bodenburg) im Wohnzimmer auf. Der finstere Geselle will ein Kind in die Märchenwelt des Traumfresserchens (Siria Dede) bringen. Er lockt den Jungen von der „Glotze“ und geht mit ihm auf „Wanderschaft durch das Märchenland“.
Hier sind Begegnungen mit dem Teufel (Bettina Lenz) und Zauberer Zwackelmann (Kerstin Wessels), dem “Traumfresserchen“, dem Drachen (Janna Beuershausen) und Wischel (Janin Bodenburg) ebenso aufregend wie für die kleinen „mitfiebernden“ Zuschauer. Mit der nötigen majestätischen Gelassenheit treten Königin (Doris Kreipe) und König (Dominik Behrens) auf.
Mit Schwung und Elan und dem Lied „Hei, Hoh, jetzt sind wir wieder froh....“ auf den Lippen marschieren sieben Zwerge durch den Saal und tummeln sich auf der Bühne. Bei der Begegnung mit der eiskalten Schneekönigin (Ricard Pagel) sorgt Gerda (Friederike Pagel) dafür, dass Sascha nicht in ihre Macht gerät. Erst die Vogelscheuche (Kerstin Hillebrandt), der Löwe (Cordula Iburg) und der Blechmann (Bettina Lenz) zeigen auf, wie sich Menschenkinder durchs Fernsehen verändern.
Mit Hilfe vom kleinen Muck (Astrid Soltau) und Sumsemann wird deutlich, dass viele grausige Fernsehengeschichten zu bösen Träumen führen. Das gute Ende des Märchens lautet daher „Ein Tag mit Freunden macht doch mehr Spaß, als der Fernseher“. Das „Sams“ (Andrea Beuershausen) stellt fest, dass die Freizeit im Sportverein, bei den Pfadfindern oder der Feuerwehr viel besser genutzt werden kann. Der Traum und damit das Theaterstück sind vorbei, aber die Erkenntnis gemeinsam etwas zu unternehmen, ist gewonnen.
Für die kleinen Zuschauer gab es noch ein Gewinnspiel, denn eine „Gruppe“ war in den neun Jahren noch nie im Theaterspiel dabei. Das musste herausgefunden werden. Die Gewinner werden benachrichtigt und als Gewinn gibt es Buchgeschenke.
Bilder und Text: Michael Sinai, Emmerke
Und hier geht es zur Internetseite der "Regenbogenkinder e. V.