01.04.2008
Pünktlich zum Ersten April |
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Pünktlich zum Ersten April 2008 eröffnete um 15:30 Das Erlebnisbad Emmerke direkt am Bahnhof seine Pforten. Der Standort wurde von den Betreibern bewusst gewählt, um den Gästen aus gesamt Niedersachsen eine entspannte Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ermöglichen. Die Standortwahl war umso nötiger, als die Gemeindeverwaltung Giesen es nicht schaffte dafür Sorge zu tragen, dass der sechsspurige Ausbau der B1 mit den notwendigen Zubringern termingerecht fertig gestellt wurde. (Insider sehen den Grund in der Bindung der regionalen Straßenbauunternehmen in der ebenfalls zur Gemeinde Giesen gehörenden Ortschaft Hasede.)
Die umfangreichen Bauarbeiten, die zur Entstehung des Naturerlebnisbads erforderlich waren gingen, von der Emmerker Bevölkerung völlig unbemerkt, vonstatten; ein Beweis dafür, wie naturverbundenes Bauen ohne beeinträchtigung von Mensch und Natur realisiert werden kann.
Umso größer war allseits die Überraschung, als die heutige Bekanntmachung als Sonderbeilage der Hildesheimer allgemeinen Zeitung in den Briefkästen steckte. Ortsbürgermeister Möller und sein Ortsrat hatten es nämlich verstanden, das Planungsverfahren strikt geheim zu halten. Heute war jedoch Schluss mit den geheimen Planungen. Der durch den Bürgermeister gestellte Antrag bei der oberen Wasserbehörde, Emmerke als staatliches Naturheilbad anerkennen zu lassen, ist leider den Bach hinunter gegangen. Hintergrund war die Ankündigung der Sorsumer Gemeindeverwaltung den Wasserzufluss der Beeke zu stauen und damit den Bachlauf auszutrocknen. Hierduch wäre auch die geplante Uferpromenade gegenstandlos geworden, ohne die jedoch kein Bäderstatus verliehen werden kann.
Doch dies war, wie zwischenzeitlich gemeldet, leider nicht der letzte Rückschlag den Planer und Betreiber hinnehmen mussten. Die Hoffnungen, die angekündigten Besucherströme mit der Bahn nach Emmerke zu bringen, blieben im wahrsten Sinn des Wortes auf der Strecke. Durch die immer noch andauernden Tarifauseinandersetzungen zwischen Lokführergewerkschaft und Bahn AG nahmen die Zugverspätungen derartige Ausmaße an, dass die Betreiber eher den Gang zum Insolvenzgericht gehen mussten als sich der erste Besucher in den Wellen des Naturerlebnisbads tummeln konnte. Somit ging die Hoffnung der Ortschaft auf eine neue Attraktion gründlich baden.
Damit nun aber nicht auch in Emmerke, ähnlich wie seinerzeit nach der Weltausstellung in Sevilla, Bauruinen von der Pleite zeugen war erneut die Kreativität des Ortsbürgermeisters und seines Ortrates gefragt. In geheimer Eilsitzung explodierte die Kreativität der örtlichen Regierung und brachte folgende Lösung hervor:
Im Schutz der anbrechenden Dämmerung wurde der Verpackungskünstler Christo auf dem Hildesheimer Flughafen eingeflogen, und unter Begleitung einer Giesener Polizeieskorte nach Emmerke geleitet. Kaum angekommen, gelang es ihm das neue Naturerlebnisbad so gekonnt zu verhüllen, dass sich dem Besucher nur noch eine unscheinbare Lagerhalle präsentiert.
Und die Moral von der Geschich´t ? Entweder Sie glauben das Ganze oder an den "Ersten April"!
Und vielen Dank an den/die "Betreiber" für diesen gelungenen Spass!
